Samstag, 8. Januar 2011, 19.30 Uhr
Die Weiße Rose, Berlin-Schöneberg, Martin-Luther-Str. 77
Tickets: 030 – 695 99 222|Spielplan|
Eintritt: 9,00 EURO / ermäßigt 5,00 EURO
Die gesamten Eintrittsgelder werden dem ASHTAR Theatre Ramallah/Gaza gespendet.
Die Gaza-Monologe
nach Texten von Jugendlichen im Gazastreifen
Realisation: Lydia Ziemke & Uta Plate
Künstlerische Mitarbeit: Kristina Sommerfeld
Mit Jugendlichen aus verschiedenen Berliner Jugendtheaterclubs (u.a. Schaubühne am Lehniner Platz, Theater an der Parkaue, Theater Strahl, Vagantenbühne) und in Zusammenarbeit mit ASHTAR Theatre Ramallah/Gaza, suite42, und Theatern auf allen Kontinenten|www.thegazamonologues.com|www.suite42.org|
Unterstützt vom DED und GTZ.
Was hat der Krieg mit dir gemacht? ASHTAR Theatre Ramallah/Gaza arbeitet mit Kindern und Jugendlichen im Gazastreifen. Nach dem Angriff Israels im Dez. 2008/Jan. 2009 sind Monologe entstanden, die einfühlsam einen besonderen Einblick bieten in das tägliche Leben, während des Krieges und danach. Da die Jugendlichen den Gazastreifen nicht verlassen können, hatte ASHTAR über 40 Theater auf allen Kontinenten dafür gewonnen, am 17.10. die Texte zu präsentieren.
Diese Vorstellungen stehen in Bezug zu dem Treffen des UN-Komitees zu dem »International Day of Solidarity with the Palestinian People« in New York am 29.11. Am selben Tag haben in New York Vertreter aus den weltweit teilnehmenden Gruppen die Monologe nochmals aufgeführt.
Die deutsche Präsentation fand am 17.10. in der Schaubühne statt: Jugendliche aus Berliner Jugendtheaterclubs setzen sich mit den Texten und ihren eigenen Positionen dazu auseinander.
Das Projekt
Über das Netzwerk der Berliner Klubszene hat sich im August 2010 aus Theaterjugendklubs von verschiedenen Theatern eine Gruppe von 18 Schauspieler_innen zusammengefunden, um die Gaza Monologe auf die Bühne der Schaubühne am Lehniner Platz zu bringen, aber auch, um mehr über die Region und die Konflikt dort zu lernen. Die meisten sind deutschstämmig, und das war für die arabisch- und türkischstämmigen Jugendlichen eine berührende Überraschung. Diese Begegnung war der Auftakt für eine offene, aufwühlende und letztlich harmonische Zusammenarbeit.
Die Aufführung am 17.10. in der Schaubühne am Lehniner Platz hat große Aufmerksamkeit erregt, bei der Presse, den arabischen Botschaften in Berlin sowie bei einem breiten Publikum.
Am 4.12. wurde die Produktion bei der Initiative Grenzen-los! in Moabit gezeigt, worauf eine angeregte Diskussion mit dem Publikum folgte.
Presse:
„Für die Jugendlichen war es nicht leicht, sich in die für sie so fremde Welt einzufinden. Sie habe nicht viel über den Gazastreifen gewusst, berichtet die siebzehnjährige Sophia nach der Aufführung. Die Erlebnisse ihrer Altersgenossen seien ihr aber unter die Haut gegangen. Für ihren Auftritt habe sie sich bewusst den Monolog von Fatima ausgesucht, einer jungen Palästinenserin, die über ihre Träume spricht. Mit diesen Träumen, sagt Sophia, könne sie sich gut identifizieren.
Ganz anders war es für Mohammed, denn er ist Palästinenser. Sein Vater kommt aus dem Westjordanland und seine Mutter aus einem Flüchtlingslager im Libanon. Er selbst wurde in Deutschland geboren und spielt bei der Theaterinitiative "Grenzen-Los" in Berlin-Moabit mit. Die Arbeit an dem Stück über junge Palästinenser sei für ihn sehr emotional gewesen, berichtet er. Gleichzeitig habe er sich über das große Interesse und Engagement seiner Mitschauspieler gefreut, die von ihm viel über Palästina und die Palästinenser wissen wollten, aber auch über sein Leben in Deutschland.” (20.12.2010 - Autorin: Bettina Marx, Redaktion: Ina Rottscheidt, www.dw-world.de)
Im November kamen aus 18 Ländern 22 junge Schauspieler_innen nach New York und führten die Gaza-Monologe in 13 Sprachen am 29.11. im traditionellen La Mama Theatre auf und spielten für das Komitee im UN Gebäude, wo an diesem Tag, am „International Day of Solidarity with the Palestinian People”, zur Frage nach einer friedlichen Lösung des Israelisch-Palästinensischen Konflikts getagt wurde.
Joanna Mandalian, Deutsche Teilnehmerin der Internationalen Aufführungen der Gaza Monologues bei La Mama und der UN in New York, über die Zeit dort):
„Es ist schon komisch - ich habe mich schnell an das „Tagesgeschehen” in New York gewöhnt. Nach drei Tagen habe ich nicht mehr konstant die Wolkenkratzer raufgeschaut und baute sehr enge Verbindungen zum Großteil der Gruppe auf, obwohl ich sie erst ein paar Tage kannte. Aber alle paar Stunden kommt es mir wieder in den Sinn: Dieses Projekt ist riesig, nicht nur weil es in New York stattfindet und wir die Möglichkeit haben, so viele Menschen aus verschiedenen Kulturen kennen zu lernen, die ihre verschiedenen Sprachen sprechen und einzigartige Persönlichkeiten sind. Unsere eigentliche Aufgabe ist es, die Jugendlichen aus dem Gazastreifen und ihr Leiden nach dem Krieg zu repräsentieren. Ich habe großen Respekt für sie und fühle mich sehr geehrt, hier dabei sein zu dürfen.”
Mehr Information
www.thegazamonologues.com|www.suite42.org|www.schaubuehne.de






