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   Das Projekt wird gefördert von:

Kulturprojekte BerlinBMVBSStadtimpuls GmbH

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Coo-to-coo

Projekte, die direkt was ändern.
Alfred Hartung, Leitung des coo-too-coo Projektpartners THEATER STRAHL, über KU2Q

KU2Q (sprich: coo-too-coo) will junge Menschen aus Berlin-Neukölln durch aktives Mitwirken über berufliche Perspektiven in der Kulturbranche informieren. Und das in Bereichen, für die junge Menschen besonders zu motivieren sind: Streetdance/Hip-Hop, Musik produzieren/Veranstaltungen organisieren und Schauspiel – Bühne Frei! Sozialpädagogische Unterstützung leistet zusätzlich der Projektleiter Stadtimpuls GmbH.
KU2Q steht als Abkürzung für „Integrationsfördernde und qualifizierende Kulturprojekte in zwei Berlin-Neuköllner Quartieren für benachteiligte Jugendliche”. Unter Anleitung professioneller Künstler können eigenständig Projekte entwickelt werden, die direkt ein Ergebnis zeigen.

Alfred, du bist seit vielen Jahr dem Theater Strahl verbunden, sowohl als Schauspieler wie auch als Theaterpädagoge. Was unternimmt Theater Strahl genau bei KU2Q und warum passt diese Arbeit vor Ort zu der Arbeit eines professionellen Jugendtheaters?
Theater Strahl engagiert sich vielfältig – und das immer ganz nah und im Austausch mit dem Publikum, auf der Bühne und dort, wo Jugendliche sind. Bei KU2Q gehen wir unter anderem in Schulen, die Liebigschule im Quartier Lipschitzallee/Gropiusstadt und die Carl-Legien-Oberschule in der Schillerpromenade, um mit den 9- und 10-Klässlern Kommunikation zu trainieren und Bewerbungsgespräche zu proben. Dort arbeiten wir mit Improvisationen und kleinen Spielszenen an Sprache und Körpersprache, um Sprachbewusstsein und Körperwahrnehmung zu schärfen. Mit Schulabbrechern und Schulverweigerern, die eine Ausbildung zum Verkäufer machen, trainieren wir verschiedene Verkaufsmodelle, Kundengespräche und Teambildung.
Außerdem organisieren wir den Bereich „Schauspiel – Bühne Frei!” bei KU2Q. Wir führen junge Menschen an unterschiedliche Berufe heran, die mit Theater zu tun haben, Schauspiel, Bühnenbild oder Technik. Die Jugendlichen lernen dabei die verschiedensten Arbeitsbereiche kennen, wie Maske, Kostüm, Schneiderei, Schreinerei, Schlosserei...

Du sprichst von „wir”. Wie sieht das Team aus?
Meine Kollegen Jakob Wurster und Bettina Stäbert arbeiten mit den Jugendlichen in den Schulen. Jakob leitet die Workshops zum produktiven Lernen in der Liebigschule und Bettina betreut die „Textilklasse” (Schauspiel und Kommunikation) in der Carl-Legien-Oberschule. Dirk Böhme, auch Schauspieler bei Theater Strahl, trainiert mit den angehenden Verkäufern der Carl-Legien-Oberschule und leitet die Theatergruppe im Quartier Lipschitzallee. Ich selbst arbeite mit acht jungen Palästinensern, die schon seit langem durch Streetworker von „Gangway” betreut werden, in der Turnhalle der Rütli-Schule an einem Theaterprojekt.

Gibt es auch Projekte, die sich stärker mit der schauspielerischen Seite befassen?
In Zusammenarbeit mit dem Jugend- und Kulturzentrum Wutzkyallee (JuKuZ) hat sich die coo-too-coo-Theatergruppe gegründet, die unter Leitung von meinem Strahl-Kollegen Dirk Böhme eigene Stücke entwickelt. Eine erste Präsentation von klassischen und modernen Monologen „Transitroom – zwischen zwei Welten” lief bereits sehr erfolgreich im Februar. Weitere Aufführungen sind zum Beispiel im Rahmen des Sommerfestes im JuKuz geplant. Aktuell nimmt die Theatergruppe am „Neuköllner Globus”, dem Theaterwettbewerb für Kinder und Jugendliche der Bürgerstiftung Neukölln, teil. Es heißt Daumendrücken, die Preisverleihung findet am 7. Juni im „Heimathafen” in Neukölln statt.

Was schätzt du an der Arbeit bei KU2Q?
Alle Projekte laufen mindestens sechs Monate oder länger. Die Förderung startete im Mai 2009 und schon im September gründete sich die coo-too-coo-Theatergruppe im JuKuZ.
Ich finde es sehr wichtig, dass die Projekte längerfristig angelegt sind, denn erst dadurch werden sie nachhaltig und können für die Jugendlichen etwas bewirken. Das merke ich zum Beispiel im Theaterprojekt, das ich innerhalb von „Gangway” leite. Gerade dort ist es wichtig, dass man die palästinensischen Jugendlichen lange kennt und ihnen auch Zeit gibt, sich zu entwickeln. In einigen Monaten wollen wir ein Stück aufführen; denn auch die Zielorientierung ist bei der Arbeit sehr wichtig. Arbeitstitel ist im Moment „Romeo Neukölln.”
Ich hoffe, dass es nach dem Ende des ersten Förderzeitraumes im Oktober 2012 ein Folgeprojekt von KU2Q geben wird, das vielleicht auch andere Berliner Kieze, wie den Schöneberger Norden, mit einbindet.

Welches Feedback bekommst du von den Jugendlichen?
Wir helfen den Jugendlichen, Vertrauen zu sich und anderen aufzubauen und arbeiten an ihrer Sprachentwicklung und Wahrnehmung für die Körpersprache. Da bewegt sich viel in Aussprache und Sprachverwendung. Wir gehen direkt an die Themen heran, die für ihren späteren Beruf existentiell sind. Auch wichtig – wir vermitteln Praktika für die Jugendlichen. So kommt zum Beispiel unsere aktuelle Praktikantin bei Theater Strahl aus diesem Projekt. Wir stellen fest, dass sich die Jugendlichen gestärkt und ernst genommen fühlen. Allein die Tatsache, dass diese jugendlichen Schulverweigerer regelmäßig zu den Kursen erscheinen, kann als extrem positiv gewertet werden.
Wir schaffen Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. So hat zum Beispiel ein 15jähriges Mädchen aus der Theatergruppe im JuKuz ein Stück geschrieben, das wir im nächsten Jahr aufführen werden, der Arbeitstitel ist „emotionhouse.” Da es uns wichtig ist, dass die Gruppen auch für neue Interessent_innen offen bleiben, veränderte sich durch neue Teilnehmer_innen natürlich auch das geschriebene Stück. Es wurde weiter entwickelt, und neue Rollen wurden gefunden. Mit einer Aufführung schaffen wir einen Erfolg für die Jugendlichen, weil sie sehen, dass sie Dinge in Bewegung setzen können.


THEATER STRAHL ist Projektpartner von Ku2Q = Kulturprojekte in zwei Berlin-Neuköllner Quartieren – sprich coo-too-coo

Das Projekt „Integrationsfördernde und qualifizierende Kulturprojekte in zwei Berlin-Neuköllner Quartieren für benachteiligte Jugendliche” (KU2Q) führt junge Menschen durch das Engagement in Kulturprojekten aus den Bereichen: Streetdance/Hip-Hop, Schauspiel – Bühne Frei! und Musik produzieren/ Veranstaltungen organisieren an eine berufliche Orientierung heran. Die Teilnehmer_innen werden von professionellen Künster_innen angeleitet und entwickeln eigenständig Projekte.

Der Bereich „Schauspiel – Bühne Frei!” wird von THEATER STRAHL durchgeführt. Die Jugendlichen lernen die verschiedenen Gewerke (Maske, Kostüm, Schneiderei, Schreinerei, Schlosserei....) des Theaters kennen, sie können ihr eigenes Theaterstück entwickeln und zum Abschluss wird das Projekt mit einer Aufführung der Öffentlichkeit präsentiert.

Was bisher geschah > Archiv

Weitere Infos: www.coo-too-coo.de